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Pressemitteilung vom 19.11.2005

 

 

 

"Die Ankunft"

 

Rolf Giegold, Ingrid Göttlicher, Victor Kégli,

Jaroslaw Kozlowski und Hanna Luczak

 

Vernissage:

Samstag, 19. November 2005 von 19 - 22 Uhr

 

Ausstellungsdauer:

22. November 2005 - 14. Januar 2006

 

 

 

 



Foto: Kerstin Siehl

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die "Ankunft", von lateinisch "adventus, Advent", markiert den Beginn des christlichen Jahreskreises mit der Vorbereitung auf Weihnachten, auf das Fest der Geburt Christi. Ursprünglich entsprach der Begriff "Advent" dem griechischen Begriff "epiphaneia" (Erscheinung) und bezog sich auf die Ankunft der Gottheit im Tempel oder den Besuch eines Königs. Ganz gleich, ob im profanen oder religiösen Kontext, die Ankunft ist stets eng verknüpft mit dem Gefühl der (freudigen aber auch ängstlichen) Erwartung. Sie markiert zugleich das Ende des Wartens und damit der Vorfreude oder des Bangens. Die Ankunft kann das Ende einer Reise markieren, aber auch die Geburt, also den Beginn des Lebens.

 

In der aktuellen Ausstellung dient die Vielfältigkeit und Ambivalenz des Begriffs "Ankunft" fünf Künstlern als Ausgangspunkt und Anreiz zur künstlerischen Auseinandersetzung. Die Spannweite in dieser thematischen Gruppenausstellung reicht vom polyphonen Klangexperiment von Rolf Giegold bis zum biblischen Psalmentext auf Pergamentpapier von Ingrid Göttlicher.

 

Rolf Giegold’s sechskanalige Komposition aus über 80 Nationalhymnen präsentiert sich in strenger formaler Anordnung verschiedenfarbiger Lautsprecher in ineinander greifenden Kreisen an der Wand.

 

Ingrid Göttlicher erstellt neben den Psalmentexten eine Installation aus gefalteten und spiralförmig aufgerollten Zeitungen. Die Arbeit "Zeit" besteht aus 52 Ausgaben der gleichnamigen Wochenzeitung aus dem Jahr 2005 und wird erst im Laufe der Ausstellung vollendet.

 

Die beiden polnischen Künstler Jaroslaw Kozlowski und Hanna Luczak zeigen jeweils neue Bilderzyklen. Jaroslaw Kozlowski präsentiert 5 Tuschzeichnungen auf Zeitungspapier mit dem Titel "Der Spiegel des Tages", ein Wortspiel mit dem Titel der als Malgrund verwendeten Berliner Tageszeitung.

 

Die Serie der Zeichnungen von Hanna Luczak trägt den ebenfalls anspielungsreichen Titel "Guten Morgen, und Gute Nacht, Herr Mond".

 

Victor Kégli wirft die Frage auf, ob es überhaupt eine Ankunft gibt im immerwährenden Daseinsfluß. Sein Objekt besteht aus einer elektrischen Modelleisenbahn: Ein kreisförmig angeordneter Zug ohne Anfang und Ende rotiert endlos auf einem ebenfalls kreisrunden Schienenstrang.

 

Zur Ausstellung erscheinen außerdem verschiedene Editionen der Künstler. Zu erwähnen ist hierbei Victor Kéglis Postkarten-Edition "Ankunft", an der Galeriebesucher in der Tradition der "Mail Art" teilnehmen können.

 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 19 Uhr,

Samstag 12 - 16 Uhr und nach Vereinbarung

 

Wir bedanken uns bei THE CORPORATE SUPPORTERS PROGRAM.

 

 

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Rolf Giegold

"Nationalhymnen hatten für mich schon immer mit Ankunftssituationen zu tun: Man stelle sich vor, das Christkind oder sonst irgendwelche Außerirdische kommen tatsächlich auf die Erde und müssen empfangen werden. Auf welche Weise dann und von wem? Von wem zuerst? Den Amerikanern oder denen, deren territoriales Gebiet sie tatsächlich berühren? Oder von denen mit der schönsten nationalen Hymne? Oder von vielen Hymnen, von allen Nationalhymnen? Nacheinander gespielt oder simultan… Vielleicht ist’s egal."

 

Ingrid Göttlicher

"In der Installation "Zeit" ist die Ankunft im Konzept enthalten. Als geplante Jahresarbeit beginnt die Arbeit in der 1. Woche des Jahres 2005 und endet in der 52. Woche. Woche für Woche vergeht; Woche für Woche kommt an. Auch während der Ausstellungsdauer gibt es für die "Zeit" eine konkrete Ankunft: die Arbeit wird wöchentlich (48. Bis 52. Woche) um je eine Zeitungsrolle ergänzt.

In der zweiten Arbeit "566 Meter" ist der thematische Bezug indirekter. Der übernommene und abgetippte Bibeltext "Die Psalmen" beinhaltet vorwiegend das Preisen und Danken: das Dasein/die Ankunft wird gepriesen. Der Text wirft aber auch die Frage auf, ob es überhaupt ein Ankommen gibt im ewigen Kreislauf."

 

Victor Kégli

"Die Arbeit "Kreislauf" läßt sich mit einer Assoziationskette umschreiben und es widerstrebt mir, genau auf einen Punkt zu kommen, weil sie (die Arbeit) dadurch nur bedeutungsschwerer wird und an Leichtigkeit verliert. Der Grundgedanke war ein Zug, der im Kreis fährt und nie ankommt. Dann einer ohne Anfang und Ende, ein Kreisring wie ein Adventskranz, ein Kranz in einer Geschenkbox, eine Kinderüberraschung, welche monoton nur im Kreise fährt. Die Transportkiste als Analogie zu einer Geschenkverpackung, der Kistenraum für den Galerieraum. Ich warte auf die Entgleisung des Zuges und mich überkommt doch eine gewisses Weihnachtsgefühl."

 

Jaroslaw Kozlowski

Bei den Zeichnungen handelt es sich um Übermalungen von Tageszeitungsblättern aus verschiedenen Ländern, ein destruktives Spiel also mit den täglich wiederkehrenden Schlagzeilen und Nachrichten in den Printmedien. Wir nehmen heutzutage mehr denn je die Welt durch die Medien wahr. Jeden Tag erwartet uns die Zeitung vor unserer Tür mit unzähligen Neuigkeiten, aber was kommt wirklich an in unserer Wahrnehmung, in unserem Denken, Empfinden und Handeln?

 

Hanna Luczak

In der Serie von Zeichnungen mit dem Titel "Guten Morgen, Gute Nacht, Herr Mond" (der übersetzt wird in die deutsche, englische und polnische Sprache) geht es um den Mond als eine immer wiederkehrende Erscheinung. Der Himmelskörper wird so zum Symbol für die Erwartung von etwas Kommendem oder auch für die Hoffnung auf die Ankunft eines Ereignisses, einer Person etc. Die Ankunft wird zur puren Imagination, auch für diejenigen, die die Bilder in Erwartung des Mondes betrachten.


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